Erhalten statt vorschnell ersetzen.
Die allgemeine Broschüre beschreibt den Schutz vorhandener Böden vor mechanischem Abrieb und Chemikalien sowie Möglichkeiten einer partiellen Sanierung. Die Krankenhausbroschüre nennt ebenfalls die Sanierbarkeit. Als Ansatz kann der Schutz einer geeigneten vorhandenen Oberfläche den Erhalt des Bestands unterstützen.
Das ist keine Garantie unbegrenzter Lebensdauer. Die allgemeine Broschüre schreibt dem FIGR zwar eine unbegrenzte Bodenlebensdauer bei Schutz mit hochwertigen PU-Siegel-Produkten wie VIROBAC zu. Tragfähigkeit, Belagsalter, Untergrundschäden, Verschleiß, Nutzung und Grenzen der Sanierungsfähigkeit werden aber nicht ausreichend spezifiziert.
Eine projektspezifische Entscheidung muss daher Zustand und Nutzungsanforderungen des vorhandenen Bodens berücksichtigen. Beschichten, partiell sanieren und austauschen sind als konkrete Alternativen zu bewerten – nicht als vorab feststehendes Ergebnis. Aus der Herstellerformulierung jederzeit sanierbar entsteht hier keine Zusage für jeden Bestand.
Quellen: Allgemeine Broschüre, PDF-S. 4: Bodenlebensdauer, mechanischer und chemischer Schutz, partielle Sanierung; Krankenhausbroschüre, PDF-S. 3: Sanierbarkeit. Die objektspezifische Einordnung folgt den fehlenden Zustands- und Systemgrenzen.
Das Jahresbeispiel für 100 m².
Die allgemeine Broschüre überschreibt ihre Tabelle ausdrücklich mit Einsparungen/Jahr auf 100 qm Fläche. Die folgenden Originalwerte werden unverändert dokumentiert. Sie sind Herstellerangaben und keine geprüfte Jahresprognose für SteinWert oder ein bestimmtes Krankenhaus.
| Genannte Einsparung | Originalwert | Originalbezug | Direkte Einschränkung |
|---|---|---|---|
| CO₂ | 11.910 kg | pro Jahr auf 100 qm Fläche | Vergleichsszenario, Systemgrenzen und Berechnung fehlen; insbesondere der große Wert ist kein allgemeiner Richtwert. |
| Primärenergie | 179.400 MJ | pro Jahr auf 100 qm Fläche | Basisprodukte, Lebenszyklusannahmen und Berechnungsmethode fehlen. |
| Trinkwasser | 1.333 l | pro Jahr auf 100 qm Fläche | Referenzverfahren und Nutzungs- beziehungsweise Reinigungsprofil fehlen. |
| Chemikalien | 75 l | pro Jahr auf 100 qm Fläche | Produkte, Konzentrationen und zugrunde gelegte Reinigungsprozesse fehlen. |
| Müll | 203 kg | pro Jahr auf 100 qm Fläche | Erfasste Abfallarten, Entsorgungswege und Austauschannahmen fehlen. |
| Mikroplastik | 10 kg | pro Jahr auf 100 qm Fläche | Keine umfassende Emissionsbilanz oder erläuterte Mengenberechnung für den gesamten Lebenszyklus. |
Die Broschüre empfiehlt eine Kalkulation anhand von Ökobilanzen und verweist auf einen Dr. Schutz Nachhaltigkeitsrechner. In der Tabelle werden jedoch keine nachvollziehbare Berechnungsmethode, unabhängige Verifikation oder vollständige Modellannahmen mitgeliefert.
Der CO₂-Wert wird weder stillschweigend korrigiert noch auf andere Flächen hochgerechnet. Alle sechs Zahlen bleiben an das ausdrücklich gedruckte Herstellerbeispiel gebunden. Sie werden nicht als neutrale Leistungskennzahlen oder nachgewiesene Einsparung eines SteinWert-Projekts präsentiert.
Quelle: Allgemeine Broschüre, PDF-S. 4: vollständige Tabelle Einsparungen/Jahr auf 100 qm Fläche und Nachhaltigkeitsrechner. Die Einschränkungen benennen die im Dokument nicht erläuterten Modellannahmen.
Die Krankenhausbeispiele bleiben separat.
Die Krankenhausbroschüre nennt vier weitere Einsparungsangaben. Nur die Wasserzeile nennt ausdrücklich einen Zeitraum von zehn Jahren. Dieser Zeitraum darf nicht auf die übrigen Zeilen übertragen werden.
| Behauptung der Quelle | Originalwert und Bezug | Direkte Einschränkung |
|---|---|---|
| Wasserersparnis | > 80 % über 10 Jahre | Bezugsfläche, Referenzverfahren, Reinigungsprofil und genaue Berechnung fehlen. |
| Weniger Müll gegenüber Bodenaustausch | 4 Tonnen bei 1000 m² | Belag, Austauschannahmen, Systemgrenzen und Zeitraum fehlen. |
| Weniger CO₂ | 12.700 kg bei 1000 m² | Der Zeile ist kein eigener Zeitraum zugeordnet; ein detailliertes Vergleichsszenario fehlt. |
| Weniger Unterhaltskosten | > 50 % | Baseline, Flächenbezug, Kostengruppen, Preisstand und Zeitraum fehlen. |
Diese Angaben sind vollständig wiedergegebene Herstellerbeispiele mit unvollständigem Bezug. Sie sind weder unabhängig verifizierte Projektdaten noch allgemeine Zusagen einer Wasser-, CO₂-, Abfall- oder Kostenersparnis.
Eine eventuell veränderte Reinigungs- oder Pflegeroutine kann nur in einem konkreten, hygienisch zulässigen Szenario bewertet werden. Die Beispiele begründen keine Reduktion der im Hygieneplan erforderlichen Desinfektion.
Quelle: Krankenhausbroschüre, PDF-S. 4: Wasser, Müll, CO₂ und Unterhaltskosten. Fehlende Vergleichsinformationen und der nicht übertragbare Zehnjahresbezug sind Grenzen der dortigen Darstellung.
Zwei Bezüge. Kein gemeinsamer Datensatz.
11.910 kg CO₂ pro Jahr auf 100 qm in der allgemeinen Broschüre und 12.700 kg CO₂ bei 1000 m² in der Krankenhausbroschüre stehen nebeneinander, nicht in einem gemeinsamen Rechenmodell. Die Fläche ist unterschiedlich; für den zweiten CO₂-Wert fehlt ein eigener Zeitraum.
Die Werte dürfen deshalb ohne weitere Nachweise nicht vereinheitlicht, addiert, auf eine gemeinsame Einsparquote umgerechnet oder auf Ihre Einrichtung hochgerechnet werden. Auch die Zehnjahresangabe der Wasserersparnis erklärt nicht automatisch die CO₂-, Abfall- oder Kostenzeilen.
Der Hersteller verweist auf Ökobilanzen, den Dr. Schutz Nachhaltigkeitsrechner und www.dr-schutz-nachhaltig.com. Diese Verweise wurden für die vorliegende Quellenbasis nicht geöffnet und ersetzen keine nachvollziehbare Modellbeschreibung. Eine spätere objektspezifische Bewertung braucht offengelegte Ausgangsbedingungen, Systemgrenzen und Rechenwege.
Quellen: Allgemeine Broschüre, PDF-S. 4: Jahresbeispiel und Rechnerverweise; Krankenhausbroschüre, PDF-S. 4: abweichende Flächen- und Zeitbezüge. Keine Zusammenrechnung der beiden Beispiele.
Ein Pflegezyklus ist kein Hygieneintervall.
Die allgemeine Broschüre begründet geringeren Pflegeaufwand mit höherer mechanischer und chemischer Beständigkeit. Sie nennt den Entfall jährlich anfallender Sonderreinigungen bei Dispersionen, eine Neuversiegelung erst nach vielen Jahren und 6-fach längere Intervalle laut WFK-Gutachten. Die Krankenhausbroschüre wirbt mit geringeren Unterhaltskosten ohne zusätzliche Pflegemaßnahmen.
Die Aussagen beziehen sich auf Beschichtungserneuerung und Pflege im Vergleich zu Dispersionen, nicht auf eine sechsfach seltenere hygienische Reinigung oder Desinfektion. Ein ressourcenbezogenes Vergleichsszenario darf erforderliche Hygienemaßnahmen deshalb nicht stillschweigend entfallen lassen.
Auch der behauptete 6-fache Abriebvorteil ist als Herstellerangabe zu lesen. Die zugehörigen relativen Grafiken und älteren Prüfbezüge stehen unter Daten & Fakten. Sie liefern keine universelle Lebensdauer- oder Intervallgarantie.
Konkrete Dosierungen, Mechanik, Pads, Trocknungsanforderungen und freigegebene Reinigungsmittel werden in den Broschüren nicht festgelegt. Für die tatsächliche Pflegeplanung sind aktuelle Produktunterlagen und der einrichtungsspezifische Hygieneplan erforderlich.
Quellen: Allgemeine Broschüre, PDF-S. 4: Sonderreinigung, WFK, Abrieb und Neuversiegelung; Krankenhausbroschüre, PDF-S. 3: Pflege- und Unterhaltsaussagen sowie PDF-S. 4: Kostenbeispiel. Die Trennung von Pflege- und Hygieneintervallen folgt den Grenzen dieser Angaben.
Mikroplastik: einen Reinigungsschritt betrachten.
Die allgemeine Broschüre argumentiert, dass beim chemischen Entfernen von Polymerdispersionen während einer Grundreinigung Beschichtungsmaterial als Mikroplastik ins Abwasser gelange. VIROBAC-Siegel seien chemisch nicht entfernbar; daraus leitet der Hersteller einen Vorteil für diesen Reinigungsschritt ab.
Dieser beschriebene Mechanismus ist enger als eine Aussage über sämtliche Emissionen. Die Broschüre enthält keine umfassende Bilanz für mechanischen Abrieb, Schleifen, Entsorgung oder den gesamten Lebenszyklus. Deshalb wird weder VIROBAC verursacht kein Mikroplastik noch kein Mikroplastik gelangt ins Abwasser als allgemeine Zusage übernommen.
Auch die 10 kg Mikroplastik pro Jahr auf 100 qm in der allgemeinen Einsparungstabelle bleiben ein nicht ausreichend erläutertes Herstellerbeispiel. Es fehlt eine nachvollziehbare Zuordnung der Menge zu konkreten Prozessen und Systemgrenzen.
Quelle: Allgemeine Broschüre, PDF-S. 4: chemisches Ablösen, Mikroplastikargument und Einsparungstabelle. Die Eingrenzung betrifft den beschriebenen Grundreinigungsschritt; eine vollständige Lebenszyklus-Emissionsbilanz liegt nicht vor.
Gesundheitsclaims brauchen eigene Nachweise.
Beide Broschüren behaupten den Verzicht auf konventionelle Biozide, keine giftigen Biozide, keine Nanopartikelabgabe und keine Resistenzentwicklung der Keime. Sie leiten daraus gesundheitliche Unschädlichkeit sowie vermiedene Nebenwirkungen für Raumluft und Patienten ab.
Diese Aussagen werden hier ausschließlich als innerhalb der vorliegenden Quellenbasis ungeprüfte Herstellerangaben dokumentiert. Die PDFs enthalten keine Inhaltsstoffliste, toxikologische Bewertung, Emissionsprüfwerte, Sicherheitsdatenblätter, Nanopartikel-Freisetzungsprüfung oder erläuterte Resistenzentwicklungsmethode.
Aus keine konventionellen Biozide folgt auf dieser Basis weder keine Gefahren noch emissionsfrei, allergiefrei, für alle Patienten unbedenklich oder eine regulatorische Ausnahme. Auch keine Resistenzentwicklung ist ohne entsprechende Methodik und Langzeitdaten keine absolute Zusage.
Für die gesundheitliche und arbeitsschutzbezogene Bewertung einer konkreten Anwendung sind die aktuellen Sicherheitsdatenblätter aller drei Komponenten und die einschlägigen Produkt- und Prüfnachweise erforderlich. Wasserbasis allein ist kein Beleg für umfassende gesundheitliche Unbedenklichkeit.
Quellen: Allgemeine Broschüre, PDF-S. 3: Biozid-, Nanopartikel-, Resistenz- und Gesundheitsclaims; Krankenhausbroschüre, PDF-S. 3: entsprechende Herstellerangaben und PDF-S. 2: Produktdefinition auf Wasserbasis. Die benötigten Fachnachweise sind in den beiden Broschüren nicht enthalten.
ESG braucht belastbare Projektdaten.
Für eine ESG-bezogene Dokumentation können die Broschüren als Ausgangspunkt für Fragen dienen, nicht als fertiger Nachweis eines konkreten Projektergebnisses. Sie liefern keine unabhängig verifizierte Ökobilanz der geplanten Fläche und keinen vollständigen Kostenvergleich. Aus ihnen entsteht weder ein SteinWert-Nachhaltigkeitszertifikat noch eine garantierte Umweltleistung.
Eine nachvollziehbare objektspezifische Bewertung sollte mindestens festhalten:
- Ausgangslage: Fläche, vorhandener Belag, Alter, Zustand und bisheriger Beschichtungs- und Pflegeaufbau.
- Vergleich: tatsächlich mögliche Sanierung oder Austausch einschließlich benötigter Produkte und Vorbehandlung.
- Zeitraum und Systemgrenzen: welche Nutzungsjahre, Pflegezyklen, Materialien, Energie-, Wasser-, Chemikalien- und Abfallströme erfasst werden.
- Hygiene: welche Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen unabhängig von der Beschichtung weiterhin erforderlich sind.
- Kosten: abgegrenzte Investitions- und Unterhaltspositionen, Preisstand und dokumentierte Annahmen.
- Nachweis: Rechenweg, Datenherkunft, offene Unsicherheiten und gegebenenfalls belastbare projektbezogene Messergebnisse.
Diese Punkte sind eine redaktionelle Bewertungsgrundlage, keine in den Broschüren bereits vorgelegte Berechnung. Prozentangaben zu Wasser oder Kosten und absolute CO₂-Werte können erst mit einem passenden, offengelegten Vergleich belastbar verwendet werden.
Quellenbasis: Allgemeine Broschüre, PDF-S. 4: Ökobilanzhinweis und unvollständig erklärte Einsparungstabelle; Krankenhausbroschüre, PDF-S. 4: Beispiele ohne vollständige Vergleichsannahmen. Die Projektprüfliste ist eine aus diesen Dokumentenlücken abgeleitete Empfehlung, kein zusätzlicher Nachweis.
Ressourcenerhalt praktisch vorbereiten.
Die Krankenhausbroschüre nennt eine Beratung, gegebenenfalls Neugestaltung mit individuellen Farben und Dekoren sowie Arbeiten im laufenden Betrieb. Welche zusätzlichen Systemprodukte und Schichten eine Neugestaltung erfordert, wird nicht erläutert. Auch die beworbene Ausführung ohne Lärm, Schmutz und Staub ist ohne objektbezogene Bedingungen keine allgemeine Zusicherung.
Vor einer Entscheidung sollten Variante, Untergrundfreigabe, aktuelle Produktinformation, Sicherheitsdatenblätter und Reinigungs- beziehungsweise Pflegeanweisung zusammengeführt werden. Dazu kommen die für die geplante Nutzung relevanten vollständigen Prüfberichte. Etappierung, Schutz angrenzender Bereiche, Raumfreigabe, Beleuchtung und Abstimmung mit der Krankenhaushygiene sind gesondert zu klären.
Die Broschüren enthalten keine allgemeingültigen Angaben zu Verbrauch, Mischungsverhältnis, Topfzeit, Schichtdicke, Trocknung, Begehbarkeit oder Vollbelastbarkeit. Aus im laufenden Betrieb folgt deshalb weder sofort nutzbar noch ohne Absperrung. Ebenso wenig wird die vom Hersteller beschriebene Zertifizierung von Spezialdienstleistern ohne eigenen Nachweis auf SteinWert übertragen.
Beide Originalbroschüren tragen DE-01/2026 und stellen die aktuelle Produktinformation über ihre eigenen Angaben. Die vollständige Übersicht der vorliegenden Quellen und fehlenden Fachunterlagen steht unter Daten & Fakten. So bleiben Bestandserhalt, technische Eignung, Hygiene und eine spätere Ressourcenbewertung auf derselben nachvollziehbaren Entscheidungsgrundlage.
Quellen: Krankenhausbroschüre, PDF-S. 4: Projektablauf und Dienstleistermodell und PDF-S. 5: Druckstand und Produktinformation; allgemeine Broschüre, PDF-S. 5: Vorrang aktueller Produktinformation. Die Projektanforderungen sind eine Empfehlung auf Grundlage der in beiden Broschüren fehlenden technischen Angaben.