Eine Beschichtung. Kein Ersatz für Hygiene.
VIROBAC wird in der Krankenhausbroschüre als spezielle wasserbasierte 3-Komponenten-Polyurethan-Versiegelung beschrieben. Das System ist zur dauerhaften Oberflächenbehandlung und zum Langzeitschutz von Böden vorgesehen – nach einer Neuverlegung ebenso wie bei einer Renovierung.
Die Herstellerunterlagen beschreiben einen lichtaktivierten antimikrobiellen Mechanismus und Ergebnisse für ausgewählte Testorganismen. Daraus folgt weder eine sterile oder vollständig keimfreie Oberfläche noch ein klinischer Nachweis vermiedener Infektionen. VIROBAC ist auf dieser Quellenbasis kein Ersatz für den einrichtungsspezifischen Hygieneplan, die erforderliche Reinigung oder die Desinfektion.
Die Produktdefinition nennt EN 13697 und ISO 22196 für antibakterielle sowie EN 16777 und ISO 21702 für als viruzid bezeichnete Prüfungen. Welche Einzelergebnisse welchem Verfahren zugeordnet sind, erklären die Broschüren nicht. Die vollständigen Bedingungen und die Unterschiede zwischen Bakterien- und Virentests finden Sie unter Daten & Fakten.
Quellen: Krankenhausbroschüre, PDF-S. 2, PDF-S. 3 und PDF-S. 4; allgemeine Broschüre, PDF-S. 3. Die Abgrenzung folgt dem Umfang der dort dokumentierten Ergebnisse.
Zwei Etiketten. Zwei Varianten.
Die allgemeine Broschüre zeigt einen eukula-Kanister und einen Dr.-Schutz-Kanister. Die Krankenhausbroschüre bildet ebenfalls das Dr.-Schutz-Produkt ab. Ablesbar sind folgende Angaben:
| Abgebildetes Produkt | Glanzangabe auf dem Etikett | Gebinde | Einordnung |
|---|---|---|---|
| eukula VIROBAC 491 | halbmatt | satin | 5 l | Etikett: wasserbasierter antimikrobieller 3C-PU-Siegel. |
| Dr. Schutz VIROBAC SIEGEL / VIROBAC SEALER | extramatt | matt | 5 l; in der Krankenhausabbildung 5 L | Abgebildete Produktvariante, keine vollständige Sortimentsübersicht. |
Die Bilder belegen weder weitere Gebindegrößen noch die technische Gleichwertigkeit der Varianten. Insbesondere darf die halbmatt-Variante eukula VIROBAC 491 nicht ohne produktspezifische Dokumentation mit VIROBAC extramatt gleichgesetzt werden. Die Sportbodenangabe der allgemeinen Broschüre bezieht sich ausdrücklich auf extramatt.
Quellen: Allgemeine Broschüre, PDF-S. 2: Etiketten und Sportbodenabschnitt; Krankenhausbroschüre, PDF-S. 2: Produktabbildung.
Der Belag entscheidet mit.
Die allgemeine Broschüre nennt Linoleum, Kautschuk, Vinyl, PVC, Fliesen, Parkett und Epoxy-Gießharzböden. Sie richtet sich an neue und vorhandene Hartböden. Die werbliche Aussage zu allen Hartböden ist jedoch keine uneingeschränkte Untergrundfreigabe: Belagszustand, vorhandene Beschichtung, Haftung, Vorbehandlung und ein gegebenenfalls erforderlicher Systemaufbau sind in den Broschüren nicht detailliert festgelegt.
Als Einsatzfelder nennt der Hersteller Kitas und Schulen, Krankenhäuser, Arztpraxen, Altersheime, Büros und Verwaltungen, sanitäre Anlagen und Sporthallen. Die Krankenhausbroschüre hebt Krankenhäuser, Pflegeheime und Arztpraxen hervor. Eine solche Nennung ist kein Eignungsnachweis für jede Fläche oder Nutzungszone einer Einrichtung.
Beide Eigenschaftslisten nennen R9 nach EN 16165-A. Ein variantenspezifischer Prüfbericht und Angaben zum Prüfbelag fehlen; auch die genaue Verfahrens- beziehungsweise Anhangszuordnung der Originalschreibweise ist zu klären. Die allgemeine Broschüre nennt zusätzlich EN-14904 für VIROBAC extramatt. Diese Sportbodenangabe lässt sich nicht auf jede Glanzvariante oder jeden vorhandenen Sportbodenaufbau übertragen.
Für ein konkretes Objekt sollten daher die vorgesehene Variante, der vorhandene Belag und das erforderliche Rutschhemmungsniveau zusammen beurteilt werden. Die Broschüren ersetzen diese Prüfung nicht.
Quellen: Allgemeine Broschüre, PDF-S. 2: Beläge, Einsatzfelder und EN-14904, PDF-S. 3: R9 und PDF-S. 5: Vorrang aktueller Produktinformation; Krankenhausbroschüre, PDF-S. 2 und PDF-S. 3.
Sichtbares Licht. Reaktiver Sauerstoff.
Der Hersteller beschreibt einen photodynamischen Mechanismus: Licht aus dem sichtbaren Spektralbereich aktiviert einen Bestandteil der Beschichtung, in den Broschüren als Photokatalysator bezeichnet. Dieser übertrage Energie auf umgebenden Sauerstoff. Dabei entstehe Singulett-Sauerstoff – angeregter molekularer Sauerstoff, nicht ein zugesetztes flüssiges Desinfektionsmittel.
Die hochreaktive Sauerstoffform wird als Oxidationsmittel beschrieben, das Bestandteile von Mikroorganismen, insbesondere Lipide, schädigen könne. Die Originalschemata zeigen Tageslicht und Kunstlicht. Name und Konzentration des Photokatalysators nennen die Broschüren nicht.
Licht, Sauerstoff und Kontaktzeit gehören zu den Bedingungen. Die abgedruckten Laborwerte gelten bei bestimmten Leistungsangaben und nach 60 Minuten beziehungsweise 4 Stunden. Die Unterlagen nennen keine Mindestbeleuchtungsstärke in Lux, kein exakt benanntes Lichtspektrum und keine Freigabewerte für dunkle oder dauerhaft abgedeckte Bereiche. Eine sofortige, lichtunabhängige oder bei jeder Raumbeleuchtung identische Wirkung ist damit nicht belegt.
Die vereinfachte Herstellerillustration ersetzt keine biologische Erklärung für alle Organismen: Viren dürfen nicht wie Bakterienzellen mit einer Zellwand beschrieben werden. Die konkreten Resultate bleiben an den jeweiligen Testorganismus und die dokumentierten Versuchsbedingungen gebunden.
Quellen: Allgemeine Broschüre, PDF-S. 3: Wirkmechanismus und Originalschemata; Krankenhausbroschüre, PDF-S. 3 und PDF-S. 4: Laborbedingungen. Biologische Vereinfachungen werden nicht als eigenständiger Wirksamkeitsnachweis übernommen.
Fünf Jahre sind eine Herstellerangabe.
Die Eigenschaftslisten sprechen von einer Wirkung permanent – auch im trockenen Zustand sowie von mindestens 5 Jahren beziehungsweise 5 Jahren+. Das sind Langzeitangaben des Herstellers, keine auf diesen Seiten zugesicherte Laufzeit für jede Krankenhausfläche.
Die beiden Broschüren dokumentieren dazu weder eine Alterungsprüfung noch deren Beanspruchung, Belagsart, Wartung und Lichtversorgung. Auch welche Organismen nach welcher Nutzungsdauer tatsächlich gemessen wurden, wird nicht erläutert. Die Angabe darf deshalb nicht unabhängig von Zustand und Einsatzbedingungen gelesen werden.
Für eine belastbare technische Bewertung sind der zugehörige Langzeitnachweis und die aktuelle Dokumentation der konkret vorgesehenen Variante erforderlich. Eine Dauerangabe allein liefert weder ein garantiertes Wirkungsergebnis im Objekt noch ein festes Erneuerungs- oder Hygieneintervall.
Quellen: Allgemeine Broschüre, PDF-S. 3: Eigenschaftsliste; Krankenhausbroschüre, PDF-S. 3: Eigenschaftsliste. Die Einschränkungen ergeben sich aus den fehlenden Langzeit-Prüfdetails in diesen Unterlagen.
Fugen und Reinigung im Detail.
Die allgemeine Broschüre beschreibt offene Fugen als Ablagerungsorte für Schmutz und Keime. Das PU-Siegel solle Oberfläche und Fugen verschließen und dadurch die Reinigung erleichtern. Der Hersteller beruft sich dafür auf eine gutachterliche Prüfung des FIGR Instituts; abgebildet ist außerdem das Zeichen geprüft 05/23. Die Krankenhausbroschüre nennt leicht zu reinigen und fugendicht mit Bezug auf DIN 13063.
Die Originalfotos zeigen ein Vorher-Nachher-Beispiel des Herstellers. Sie dokumentieren keine eigene SteinWert-Arbeit und keine allgemeine Zusage für jede Fuge. Die Broschüren enthalten keine Fugenbreiten, Fugentypen, Bewegungsanforderungen oder detaillierten Dichtheitswerte.
Ob eine vorhandene Fuge überarbeitet werden kann und dauerhaft dicht bleibt, ist am Objekt und anhand der aktuellen Systemvorgaben zu klären. Die Begriffe hermetisch und Bakterien können sich nicht mehr festsetzen werden deshalb nicht als absolute Leistungszusage übernommen. Insbesondere ist aus den Unterlagen keine pauschale Freigabe zum Überbrücken von Bewegungsfugen ableitbar.
Quellen: Allgemeine Broschüre, PDF-S. 3: Fugen, FIGR und Fotos; Krankenhausbroschüre, PDF-S. 2: TRBA-Bezug und PDF-S. 3: Eigenschaftsliste; allgemeine Broschüre, PDF-S. 5: aktuelle Produktinformation.
Beständigkeit braucht konkrete Freigaben.
Die allgemeine Broschüre beschreibt einen Schutz vor Desinfektionsmitteln und anderen farblosen Chemikalien. Beide Eigenschaftslisten formulieren weitergehend eine Beständigkeit gegen alle gängigen Reinigungs- und Desinfektionsmittel. Das ist eine Herstellerangabe, keine hier belegte universelle Materialverträglichkeit.
Eine Liste geprüfter Mittel und Wirkstoffe, Konzentrationen, Einwirkzeiten und Temperaturen fehlt. Auch Ergebnisse für färbende Stoffe werden nicht vorgelegt. Das konkrete Reinigungs- und Desinfektionsverfahren muss deshalb mit der aktuellen produktspezifischen Dokumentation und dem Hygieneplan abgestimmt werden.
Zum mechanischen Schutz nennt die allgemeine Broschüre einen 6-fachen Abriebvorteil gegenüber einer Dispersion und relative Grafiken nach 1.000 Umdrehungen. Die Quellenzeile enthält ältere Prüfbezüge, darunter ein EPH-Zertifikat vom 12.02.2019. Die Grafiken und ihre Grenzen sind auf Daten & Fakten vollständig eingeordnet; daraus wird hier keine Garantie für jede VIROBAC-Variante abgeleitet.
Quellen: Allgemeine Broschüre, PDF-S. 3: chemische Beständigkeit und PDF-S. 4: Abrieb und Quellenzeile; Krankenhausbroschüre, PDF-S. 3: Beständigkeitsangabe.
Pflege und Hygiene bleiben getrennt.
Die allgemeine Broschüre wirbt mit dem Entfall der bei Dispersionen jährlich anfallenden Sonderreinigungen, einer Neuversiegelung erst nach vielen Jahren und 6-fach längeren Intervallen laut WFK-Gutachten. Die Krankenhausbroschüre nennt geringere Unterhaltskosten, weil keine zusätzlichen Pflegemaßnahmen erforderlich seien.
Diese Aussagen betreffen den Beschichtungs- und Pflegezyklus. Sie sind keine Freigabe, hygienisch erforderliche Unterhaltsreinigung oder Desinfektion auszulassen oder deren Intervalle zu vervielfachen. Eine konkrete Reinigungsanleitung mit Dosierung, Mechanik, Pads, Trocknung oder zugelassenen Mitteln liegt in den beiden Broschüren nicht vor.
Auch der berichtete Klinikfeldvergleich mit geringerer Desinfektionshäufigkeit ist keine allgemeine Handlungsanweisung. Die Originalmittelwerte von 216 und 136 KBE/dm² sind Oberflächenbefunde, keine Infektionsdaten und kein Beleg für Keimfreiheit. Für den Betrieb bleibt der einrichtungsspezifische Hygieneplan maßgeblich.
Die schematischen Reinigungskurven der Krankenhausbroschüre sind Illustrationen, keine quantitative Messreihe. Ein dort eingezeichneter Krankenhausgrenzwert ist ohne Wert, Einheit oder Normstelle nicht als belastbare Schwelle verwendbar. Aus den Unterlagen wird daher weder eine permanente Sterilisation noch ein Desinfektionsersatzversprechen abgeleitet.
Quellen: Allgemeine Broschüre, PDF-S. 4: Sonderreinigung und WFK-Angabe; Krankenhausbroschüre, PDF-S. 3: Pflegeaussagen und Reinigungsschemata sowie PDF-S. 4: Feldvergleich. Die Trennung von Pflegezyklus und Hygieneanforderungen folgt den Grenzen dieser Nachweise.
Ein Projekt braucht klare Grundlagen.
Die Krankenhausbroschüre beschreibt einen Ablauf aus Beratung, gegebenenfalls Neugestaltung mit individueller Farbwahl und Dekoren sowie Ausführung im laufenden Betrieb. Das dort genannte unverbindliche, kostenfreie Beratungsgespräch durch deutschlandweit tätige, geprüfte und von Dr. Schutz zertifizierte Spezialdienstleister ist ein Herstellerangebot. Es belegt weder eine SteinWert-Zertifizierung noch ein identisches SteinWert-Leistungsangebot.
Die Aufnahme zeigt einen Rollauftrag. Die Werbeaussage kein Lärm, Schmutz und Staub ist ohne konkrete Vorbehandlungs- und Ausführungsbedingungen keine allgemeine Baustellenzusicherung. Im laufenden Betrieb bedeutet nicht ohne Absperrung, sofort nutzbar oder ohne Abstimmung mit der Krankenhaushygiene. Etappierung, Schutz benachbarter Bereiche, Raumfreigabe und Beleuchtung sind objektbezogen zu klären.
Für eine technische Zusage sollten mindestens vorliegen:
- aktuelle Produktinformation der tatsächlich vorgesehenen Variante und Freigaben für den vorhandenen Untergrund;
- Sicherheitsdatenblätter aller drei Komponenten;
- aktuelle Reinigungs- und Pflegeanweisung;
- die relevanten vollständigen Prüfberichte und eine abgestimmte Projekt- und Hygieneplanung.
Die Broschüren nennen kein Mischungsverhältnis, keine Topfzeit oder Auftragsmenge, keine Anzahl und Dicke der Schichten, keine konkreten Schleif- oder Grundreinigungsanforderungen und keine Haftgrundierung. Angaben zu Verarbeitungstemperatur, Luftfeuchte, Trocknung, Begehbarkeit, Vollbelastbarkeit und Zeitpunkt der Desinfektionsbeständigkeit fehlen ebenfalls. Solche Werte und Preise werden hier nicht ergänzt.
Beide Broschüren tragen den sichtbaren Stand DE-01/2026 und verweisen auf die übergeordnete aktuelle Produktinformation. Die Originale und die Einordnung der Marken-, Prüf- und Förderbezüge sind unter Daten & Fakten zugänglich. Die Bilder auf dieser Seite stammen aus den Herstellerunterlagen; sie werden nicht als SteinWert-Referenzen oder Nachweise eigener Zertifizierungen präsentiert.
Quellen: Krankenhausbroschüre, PDF-S. 4: Ablauf und Rollauftrag und PDF-S. 5: Dokumentenstand; allgemeine Broschüre, PDF-S. 5: Dokumentenstand und Vorrang aktueller Produktinformation. Die Dokumenten- und Projektprüfliste folgt den in beiden Broschüren fehlenden Verarbeitungsdetails; sie ist keine Verarbeitungsanleitung.